Wenn man nicht zu kompliziert denkt, ist Video einfach

24. April 2014 in Blog

MEEDIA hat sich heute mal was angetan und drei Wahlspots der Grünen aus Weingarten zu den Gemeinderatswahlen in Baden-Württemberg zusammengetragen. Es ist ja recht leicht, über solchen Spots seine Häme auszuleeren. Gut sind die wirklich nicht. Hat aber eher Unterhaltungswert und bringt nicht weiter. Video ist als Instrument zur Ansprache von Wählerinnen und Wählern sicher ein Instrument. Leider wird es durch solche Produktionen entwertet, weil Video hier unter seinen Möglichkeiten bleibt.

Dazu vier Fragen:

1. Wer spricht hier?

Nur der Kandidat Holger Heyer stellt sich persönlich vor. Das ist eine Mindestvoraussetzung, wenn man gewählt werden will. Es sei denn, jeder kennt einen. Dann muss man aber auch nicht zu YouTube.

2. Was sollen die Bilder transportieren?

Dass die Grünen in Weingarten sich für eine lustige Truppe halten, sieht man im nachfolgenden Clip. Auf Kindergartenrollern durch die Half-Pipe soll hip aussehen. Aber Bilder müssen einen Sinn haben. Was soll ich als Wähler daraus mitnehmen? Das sind verschwendete Sekunden, in denen man schon wieder vier inhaltliche Sätze hätte sagen können.

3. Welches sind die Botschaften?

Dazu haben wir es hier auch gleich mit dem Kollektiv zu tun. Alle geben die Parolen wieder, die man auch auf den Wahlplakaten lesen kann. Und das noch gleichzeitig. Selbst für einen Südbadener wie mich nicht ganz leicht zu verstehen und absolut überflüssig, weil ohne informationellen Mehrwert für Zuschauer und Wähler.

4. Warum schreiben immer alle bei der Merkel ab?

Angela Merkel ist Medienprofi. Seit Jahren ist sie als Videopodcasterin unterwegs. Die staatstragende Attitüde passt zur Kanzlerin. Aber zu den Gemeinderatskandidaten der Grünen? Eher nicht! Und bitte: Sag mir doch mal einer geich im ersten Satz, warum ich in wählen soll. Schwer nachvollziehbare Bildsprache im Video ist einfach zuviel des Guten. Nach der zweiten Pizza mit Oliven war ich schon weg.

Weniger ist mehr! Vier Tipps:

  • Ein Kandidat, eine Kamera, eine Botschaft!
  • Ansprechhaltung statt sinnfreier Gesten!
  • Erklären, was die Wahlplakate meinen, nicht vorlesen!
  • passende Visualisierung statt Merkel-Remake!

Video ist einfach, zumal im Netz. Wenn man nicht zuviel will.