Warum finden Marketingabteilungen Rap so hip für die Jugendansprache?

28. Mai 2014 in Blog

Ein Video zum World Blood Cancer Day der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) . Gut gemacht, aber ist diese Form der Ansprache Ziel führend? Ich glaube fast, eine Botschaft in einen Rap zu verpacken gilt mancherorts als Synonym für jugendgerechte Ansprache. Ich bin kein Jugendlicher, und möchte nicht beurteilen, ob man mit einem Rap quasi alles abdeckt, was „die jungen Leute“ heute auf YouTube gut finden. Zu meiner Zeit gab es ungefähr so viele Musikgeschmäcker wie Klassenkameraden. Aber einen Grund muss es ja haben und die DKMS ist nicht die einzige Organisation, die auf diese Ansprache setzt. Der Spot der Polizei NRW ging 2013 im Netz rauf und runter.

Mir geht es nicht darum, ein Video runter zu putzen, weil es mir nicht gefällt. Ich frage mich nur, ob man sich im Vorfeld Gedanken darüber gemacht hat, was man bei der Zielgruppe eigentlich erreichen will. Ich verstehe schon, dass die Zuschauer über Identifikation mit den Künstlern eine Transferleistung erbringen sollen: Sich registrieren lassen ist easy.  Wenn die das cool finden, kann ich das auch. Aber funktioniert das in einem Rap besonders gut?

Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass man am meisten damit erreicht, wenn man die Zielgruppe ernst nimmt, und ihr in klarer Sprache erklärt, was man von ihnen will, was es für sie bedeutet und wohin sie sich wenden können. Man kann dabei auf Testimonials setzen. Es gibt sicher genug A-YouTuber im Land, die bei so einer wichtigen, richtigen und guten Kampagne mitmachen. Platte Ranschmeiße und Sich-Gemein-Machen mit der Zielgruppe ist der falsche Weg.