Social Media ist Traubenzucker für die Medizinkommunikation

12. Juli 2014 in Blog

Plattformen wie YouTube, Instagram, twitter oder facebook sind die idealen Kanäle, um Nutzer auf der Suche nach medizinischen Informationen anzusprechen. Das ist eine Kernaussage einer aktuellen Studie des University of Colorado Cancer Center, die im Dermatology Online Journal veröffentlicht wurde. Im Rahmen der Untersuchung wurde auf YouTube nach Stichwörtern gesucht, die im Zusammenhang mit Dermatologie und dermatologischen Erkrankungen stehen, wie z.B. „Sonnenschutz“ (sun protection), „Hautkrebs“ (skin cancer), „Hautkrebs Risikobewußtsein“ (skin cancer awareness) und „Hautzustand“ (skin conditions).

 

Die Suchergebnisse führten zu 100 Videos mit insgesamt 47 Millionen Abrufen, die in Summe über 100.000 Mal geteilt wurden. Allerdings kamen nur 35 Prozent der Videos aus einer professionell medizinischen Quelle. Neben den Gesamtabrufen ist der Faktor des Weiterleitens besonders interessant. Er verdeutlicht, dass relevante Informationen auf Plattformen wie YouTube hohe Interaktionsraten erreichen. Im Gegensatz zum Fernsehzuschauer oder gar zum Zeitungsleser wird der Nutzer als Konsument der Nachricht selbst als Weiterverbreiter aktiv.

 

Für die Autoren der Studie ist klar, dass medizinische Forschungseinrichtungen Social Media nutzen müssen, wenn sie ihre Zielgruppen erreichen wollen: „Bräunungsstudios und Hersteller von Hautbräunungsprodukten bewegen sich bereits auf YouTube. Also muss auch die Wissenschaft dort präsent sein“, sagt Studien Co-Autor Chante Karimkhani.

 

Ein Problem stellt allerdings nach wie vor die Verlässlichkeit der auf YouTube und anderen Social Media Kanälen angebotenen Informationen dar. Für den Nutzer als medizinischem Laien ist die Qualität der angebotenen Informationen, die weder durch Redaktion noch peer review gefiltert wurden, nur schwer einzuschätzen.

 

Zur Studie im Dermatology Online Journal, 20(6)

 

Ergänzung vom 16.07.2014

Laut einer Studie des AOK.Bundesverbandes haben fast 60 % der Deutschen Defizite im Gesundheitswissen. Vor allem das Auffinden und Einschätzen relevanter Informationen ist für fast 40 % der Befragten ein Problem. Die Ergebnisse des WIdOmonitors des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) gibt es hier zum Download.